Das Bienenlexikon von T bis Z

Von T wie Taillenwespen bis Z wie Zweifachzucker

T

Taillenwespen

Bienen sind eine Gruppe der Taillenwespen. Als solche werden Insekten mit einer zweiteiligen Einschnürung des Körpers bezeichnet. Diese Einschneidungen untergliedern den Körper ganz deutlich in Kopf, Thorax und Abdomen. Durch diese typische Wespentaille wird der Körper der Biene extrem flexibel und beweglich.

Tannenhonig

Der Tannenhonig gehört wie alle Waldhonige zu den Honigen, die aus Honigtau hergestellt werden. Der Honig unterscheidet sich daher nicht nur in der Konsistenz, sondern auch im Geschmack von Blütenhonigen. Er ist kräftig und herb und von einer ausgesprochen dunklen Farbe. Ein besonders seltener Tannenhonig ist der Weißtannenhonig.

Tanzsprache

Die Kommunikation der Bienen läuft über Pheromone, Duftstoffe, und die Tanzsprache. Rundtanz, Schwänzeltanz und Zittertanz übermitteln unterschiedliche Informationen. So werden neue Trachtquellen kommuniziert, aber auch detailliert Lage, Entfernung, Quantität und Qualität beschrieben. Die Schwarmbienen teilen den anderen in Tanzform mit, wo sich eine Möglichkeit für eine neue Behausung findet. Für Außenstehende wirkt der Tanz oft unstrukturiert. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Tanzsprache jedoch um ein höchst komplexes, elaboriertes Kommunikationssystem.

Tergit

Die Rückenplatte des Bienenhinterleibs wird Tergit genannt. Mit der Bauchplatte (siehe auch „Sternit“) ist sie über elastische Häute verbunden.

Tergittaschendrüse

Zwischen den Rückenschuppen, den Tergiten, sitzen bei der Bienenkönigin die Tergittaschendrüsen. Sie sondern ein ganz besonderes Sekret ab, den Königinnenduft, der die Drohnen anlockt. Zusammen mit der Königinnensubstanz (siehe auch „Königinnensubstanz“) gilt der Königinnenduft als Indikator dafür, dass das Bienenvolk eine lebende Königin hat.

Thixotropie

Manche zähflüssigen Massen werden beim Rühren schlagartig flüssig. Verantwortlich sind die so genannten Scherkräfte, die die Struktur einer Masse plötzlich verändern. Gele oder zähflüssige Massen, bei denen dieser Effekt auftritt, unterliegen den Gesetzen der Thixotropie. Der Heidehonig ist ein Beispiel dafür. Noch in der Wabe muss er gestippt werden, damit er sich verflüssigt. 

Thorax

Im Thorax, also in der Brust der Honigbiene befindet sich der Muskelapparat. Die meisten Muskeln werden für das Fliegen benötigt, die übrigen für das Atmungssystem. Im Thorax sind aber auch Schlagader und Darm sowie unzählige Nervenstränge angesiedelt. Die Brust bildet also sozusagen das Zentrum des Bienenkörpers.

Tracheen

Das Atmungssystem der Biene funktioniert über Tracheen, das ist ein dichtes Röhrennetz, über das der Körper mit Sauerstoff versorgt wird. Über die Atemöffnungen (siehe auch „Stigmen“) geschieht der Luftaustausch.

Tracheenmilbe

Die Atemöffnung der Bienen wird leider auch von Parasiten als Eingang benutzt. So gibt es eine bestimmte Milbe, die Tracheenmilbe, die sich genau dort ansiedelt. Sie hinterlässt ihren Speichel in den Tracheen. Die Folge: eine Blutvergiftung bei der Biene. Der Speichel der Milbe ist nämlich giftig. Der Imker erkennt die Krankheit daran, dass die Bienen zunehmend schwächer werden und nicht mehr fliegen können.

Tracht

Die Gesamtheit der Nahrungsquellen, also Pollen, Nektar und Honigtau werden als Tracht bezeichnet. Eine reiche Tracht bedeutet auch eine große Honigernte. Große Flächen an Blühpflanzen bezeichnet man daher auch als Massentracht, kleine, spärliche als Läppertracht. Bei der Honigproduktion spricht man auch von Frühtracht, Sommertracht und Spättracht, unterscheidet also nach Erntezeitpunkt.

Trachtbiene

Sammelbienen werden auch als Trachtbienen bezeichnet. Dabei handelt es sich um erfahrene Bienen, die für die Nahrungsversorgung des Bienenstocks zuständig sind.

Trachtflug

Die Bienen unter den Sammelbienen, die eine neue Tracht ausfindig gemacht haben, teilen dies den anderen mit. Dies geschieht durch ihren Tanz und die Abgabe bestimmter Duftstoffe. Auf diese Weise können die anderen Trachtbienen auf dem ersten Flug zu der neuen Tracht, dem Trachtflug, diese Informationen zur Orientierung nutzen. Der Duft wird dann im Duftgedächtnis der Biene gespeichert und kann jederzeit wieder abgerufen werden. Eine einmal besuchte Tracht findet die Biene daher immer wieder.

Trachtpflanze

Klee und Raps sind die häufigsten Trachtpflanzen. Zu den Trachtpflanzen gehören aber generell auch alle Pflanzen, die von den Bienen zum Sammeln von Pollen, Nektar und Honigtau besucht werden.

Traubenzucker

Der größte Anteil im Honig besteht aus Zucker und zwar aus Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker). Blütenhonige enthalten am meisten Traubenzucker. Sie kristallisieren daher auch schon früh aus. Beträgt der Glukosegehalt im Honig etwa ein Drittel so kommt es zur Kristallisation. Der Honig wird cremig und fest. Honigtauhonige wie die Waldhonige enthalten kaum Traubenzucker. Sie sind daher fast immer flüssig.

Trehalose

Trehalose ist ein Zucker mit zwei Glukosemolekülen. Sie ist der Glukose in unserem Blut, dem Blutzucker, ähnlich. Trehalose kommt auch in der Haemolymphe der Bienen vor.

Trisaccharide

Trisaccharide oder Dreifachzucker setzen sich aus unterschiedlichen Einfachzuckern zusammen. Doch in der Natur kommen Dreifachzucker so gut wie nie vor. Lediglich im Honigtau kann man gleich drei verschiedene Trisaccharide nachweisen. Sie stammen wahrscheinlich von den Blattläusen oder aber von Bakterien. 

Trophallaxis

Der soziale Futteraustausch (siehe auch „sozialer Futteraustausch“) oder Trophallaxis ist mehr als der Austausch von Nahrung untereinander. Bei der Übergabe von Pollen und Nektar übermitteln die Bienen auch Information über die Güte, den Geruch und den Geschmack der Tracht. Gleichzeitig wird mit der Trophallaxis die Königinnensubstanz verteilt, das Pheromon, das die Zuständigkeit zum Bienenstock signalisiert.

Tüten

Das Tüten oder Quaken (siehe auch „Quaken“) bezeichnet ein Geräusch, das die Königinnen machen. Kurz vor dem Schlüpfen der neuen Königin beginnt die alte Königin, mit der jungen zu kommunizieren. Sie presst Luft zusammen und flattert mit den Flügeln und erzeugt somit einen hellen Ton, das Tüten. Die andere Königin antwortet. Durch die Verzerrung des Tons im Stock entsteht dabei das von Imkern so bezeichnete Quaken. Dies ist das Signal für die alte Königin, den Stock mit ihrem Schwarm zu verlassen.

U

Umlarven

Zur Zucht von Bienenköniginnen setzt der Imker junge Larven aus den Brutlarven um in künstliche Weiselzellen oder Weiselnäpfchen. Die Ammenbienen ernähren die Larven daraufhin wie die Königinnen. Da das Erbgut der Larven identisch ist, entscheidet allein ihre Lage in Brut- oder Weiselzelle darüber, wie sie von den Arbeiterinnen aufgezogen wird. Auf diese Weise lassen sich beliebig viele Königinnen heranziehen.

Umweiseln

Tauscht der Imker die Königin aus, so nennt man das Umweiseln. Wird dieser Austausch vom Bienenvolk selbst vorgenommen, spricht man von einer stillen Umweiselung.

V

Varroa-Milbe

Die Varroa-Milbe stammt aus Asien. 1977 wurde sie nach Europa eingeschleppt. Die von der Varroa-Milbe verursachte Krankheit, die Varroose, zählt zu den typischen Brutkrankheiten bei Bienen. Die Milbe saugt dabei die Körperflüssigkeit aus der Biene heraus und nimmt ihr damit wichtige Nährstoffe. Die Folge: eine hohe Anzahl verkrüppelter Bienen und toter Larven.

Varroose

Ist ein Bienenvolk von der Varroa-Milbe befallen, spricht man von der Varroose. Der Imker bekämpft sie, indem er die Drohnen aus dem Bienenvolk entfernt. Ihre Brut ist besonders stark von der Varroa-Milbe befallen.  Zur Bekämpfung der Varroose ist seit einigen Jahren aber auch die Verwendung von Ameisensäure zugelassen. Die Behandlung mit Ameisensäure sollte allerdings erst nach der letzten Honigernte erfolgen. Dann bedampft man den Bienenstock im Abstand von etwa einer Woche zwei Mal mit der Säure, die die Milben abtötet.

Ventiltrichter

Der Ventiltrichter ist Teil der Honigblase. Er gibt gefilterte Flüssigkeit an den Mitteldarm weiter, wo die Verdauung stattfindet. Der Ventiltrichter stellt aber auch die flüssigen Portionen bereit, die die Bienen im sozialen Futteraustausch miteinander austauschen.

Verdauungstrakt

Der Verdauungstrakt der Honigbiene besteht aus Vorderdarm, Mitteldarm und Enddarm. Hier wird die aufgenommene Nahrung zuerst aufgeschlossen, also für den Körper zugänglich gemacht, und dann absorbiert. Die Honigblase spielt dabei eine besondere Rolle. Sie ist beim Vorderdarm angesiedelt. In ihr transportiert die Biene Flüssigkeiten wie Wasser, Nektar oder Honigtau. Ein Druck auf die Honigblase ermöglicht die Weitergabe des Inhalts an andere Bienen.

Verhalten

Zum typischen Verhalten eines Bienenvolks zählt der soziale Futteraustausch (siehe auch „sozialer Futteraustausch“ und „Trophallaxis“), aber auch der Austausch von Pheromonen. Durch Pheromone markieren die Bienen unerwünschte Angreifer, aber auch die Tracht und den Stock. Alarmpheromone werden im Verteidigungsfall abgegeben und führen zu einer erhöhten Angriffslust unter den Bienen.

Vermehrung

Wenn die Größe des Volkes ihren Höhepunkt erreicht und Massentrachten für ausreichend Nahrung sorgen, ist die Zeit zur Vermehrung gekommen. In den Monaten Mai und Juni oder Juli wachsen die neuen Königinnen heran. Die alten Königinnen verlassen mit ihrem Schwarm den Stock. Das Bienenvolk teilt sich und vermehrt sich.

Vitamine

Im Honig sind wenige Vitamine enthalten. Lediglich Vitamin B1, B2, B6, C und K lassen sich hier nachweisen. Darüber hinaus enthält Honig auch Niacin und Pantothensäure, ein Vitamin aus dem B-Komplex, das für den Stoffwechsel wichtig ist.

Völkerführung

Zur Völkerführung muss der Imker sein Bienenvolk nicht nur regelmäßig beobachten und kontrollieren, sondern auch seine Größe durch die Bildung von Ablegern und Kunstschwärmen gegebenenfalls verringern und den Stock im Spätsommer winterfest machen. Der Schutz des Bienenstocks vor Beute gehört ebenfalls zu den wichtigen Aufgaben eines Imkers.

Volk

Ein Honigbienenvolk besteht in der Regel aus bis zu 40.000 Bienen, darunter fast ausschließlich weibliche Bienen. Lediglich in den Sommermonaten werden Drohnen herangezogen. Das Bienenvolk oder Bien bildet eine Einheit. Manche vergleichen es mit einem lebenden Organismus. Jedes Rädchen greift ins andere. Die Arbeitsteilung unter den Bienen sorgt dafür, dass alle Aufgaben ausgeführt werden: so zum Beispiel die Pflege der Brut, das Sammeln von Nahrung, die Weiterverarbeitung zu Honig und die Anlage von Nahrungsvorräten. Wichtigstes Instrument dafür ist eine funktionierende Kommunikation.

W

Wabe

Die Waben bilden das Skelett des Bienennestes. Die regelmäßig angeordneten sechseckigen Zellen aus Bienenwachs dienen als Brutzellen. Ein Teil von ihnen wird aber auch als Lager für die Nahrungsvorräte genutzt. Das sind die Honigwaben. Der Imker entnimmt sie bei der Honigernte.

Wabengasse

Der Abstand zwischen den Waben wird als Wabengasse bezeichnet. Von Wabenmitte zu Wabenmitte beträgt der Abstand exakt 35 Millimeter. Er ist so groß, dass zwei Bienen bequem aneinander vorbeikommen. Ist der Abstand größer, wird er von den Bienen zugleich zugebaut. Auch Wildwaben wie Bienenkörbe haben diesen natürlichen Abstand. 

Wachsdrüse

Arbeiterinnen haben acht Wachsdrüsen an ihrem Hinterleib. Diese sind aktiv, wenn die Arbeitsbienen als Baubienen eingesetzt werden. Dann produzieren sie kleine Wachsplättchen, mit denen die Biene Waben baut, kittet und repariert.

Wachsplättchen

Wachs
Das Bienenwachs, die Wachsplättchen, wird in den Wachsdrüsen der Arbeiterinnen produziert. Es ist ein Gemisch aus Alkoholverbindungen und Säuren. Ausgeschieden wird es in Form kleiner Plättchen, die unter Zugabe von Eiweiß aus dem Speichel geschmeidig gemacht werden. Jedes einzelne Wachsplättchen hat ein Gewicht von etwa 0,0008 Gramm. Für die Herstellung von einem Kilogramm  Bienenwachs werden 150.000 Bienen benötigt.

Wächterbiene

Zwischen dem 18. und dem 21. Tag ihres Lebens übernimmt die Arbeitsbiene die Aufgabe als Wächterbiene.  Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen und ihre Giftblase ist prall gefüllt. Die Wächterin hält sich unmittelbar in der Nähe des Flugloches auf und kontrolliert jeden, der in den Stock will. Nähert sich ein fremdes Insekt oder ein Eindringling, richtet sich die Wächterbiene auf und bedroht ihn mit ihrem Stachel. Im  Notfall ruft sie auch andere Bienen zu Hilfe. Dazu sondert sie Alarmpheromone ab.

Waldhonig

Waldhonig stammt nicht von Blütenpflanzen, sondern von dem Honigtau der Nadelbäume, also von tierischen Ausscheidungen. Er enthält weniger Traubenzucker und ist daher zumeist von flüssiger Konsistenz. Er ist auch dunkler gefärbt und kräftiger im Geschmack.

Wanderimkerei

Die Wanderimkerei gewinnt mit der Funktion des Imkers als Bestäubungsimker neue Bedeutung. Die industrialisierte Landwirtschaft mit ihren großen Flächen an Monokulturen ist auf die Imker als Bestäuber mittlerweile angewiesen. In manchen Ländern gibt es bereits eine spezielle Ausbildung als Bestäubungsimker. Leider nutzen viel zu wenig Bauern diese Möglichkeit der deutlichen Ertragssteigerung. 

Wassergehalt

Der Wassergehalt eines Honigs gilt als Qualitätsmerkmal. Enthält der Honig zu viel Wasser, ist er höchstwahrscheinlich zu früh geerntet worden. Die Honigverordnung sieht daher vor, dass der Wassergehalt des Honigs maximal 18 Prozent beziehungsweise 20 Prozent nicht überschreiten darf. Ausgenommen davon ist Heidehonig.

Wehrstachel

Der Stachel der Biene (siehe auch „Stachel“) wird auch als Wehrstachel bezeichnet. Seine hauptsächliche Aufgabe ist es, die Beute zu lähmen. Nur im Notfall wird der Wehrstachel zur Verteidigung eingesetzt.

Weisel

Die Weisel ist die Bienenkönigin des Volkes. Sie ist als einzige der Bienen geschlechtsreif. Aus ihren Eiern entstehen die neuen Arbeiterinnen und Königinnen des Biens. Damit die Weisel in der Weitergabe ihres Erbgutes nicht mit anderen Bienen konkurrieren muss, sondert sie die Königinnensubstanz ab. Das ist ein Pheromon, das die Entwicklung der Geschlechtsorgane bei den anderen Bienen unterbindet. Gleichzeitig ist es das Erkennungszeichen des Bienenvolkes.

Weiselfuttersaft

Der Weiselfuttersaft oder Gelée royale (siehe auch „Gelée royale) gilt als wertvollste Nahrungsquelle der Bienen. Die jungen Arbeiterinnen bereiten den Saft aus ihrem Kopfspeicheldrüsensekret zu. Dieses wird mit der Flüssigkeit aus den Mandibeldrüsen versetzt und dann an die Königinnenlarven verfüttert. Sie werden ausschließlich zeit ihres Lebens mit dem Weiselfuttersaft ernährt. Die anderen Larven erhalten die hochwertige Nahrung nur für wenige Tage.

Weiselprobe

Ist der Imker nicht sicher, ob das Bienenvolk eine Königin hat, so kann er die Weiselprobe machen. Dazu setzt er eine Wabe aus einem anderen Volk in das Bienenvolk. Nach einer Woche überprüft er dann, ob sich diese Larven normal entwickeln oder ob die Bienen auf der Wabe Nachschaffungszellen angelegt haben. Ist das der Fall, fehlt dem Bienenvolk die Königin.

Weiselrichtigkeit

Ein Bienenvolk mit einer Königin ist ruhig und harmonisch. Es geht gewissenhaft seinen Aufgaben nach. Der Imker spricht von einem weiselrichtigen Volk. Fehlt die Königin, ist das Volk zumeist unruhig. Der Imker muss dann dafür sorgen, dass es baldmöglichst eine neue Weisel bekommt.

Weiselzelle

Als Weiselzelle wird die Zelle bezeichnet, in der eine Bienenkönigin gezüchtet wird. Die Zelle ist größer als die anderen und wird deshalb häufig auch am Rand einer Wabe angelegt. Typischerweise hat die Weiselzelle anders als die anderen Zellen eine Öffnung nach unten. Die Weiselzelle wird auch Schwarmzelle genannt, da sie eine junge Königin heranzieht, die die alte verdrängen wird. Ist die junge Bienenkönigin reif zum Schlüpfen, verlässt die alte Königin mit einem Teil des Bienenvolkes, dem Schwarm, den Bienenstock. Der Schwarm gründet dann an anderer Stelle einen neuen Bien.

Wildbienen

Der Begriff der Wildbiene wird höchst unterschiedlich verwendet. In der Regel bezeichnet man damit eine Solitärbiene.

Wildblütenhonig

Sammelt die Biene Nektar und Pollen nicht von Kulturpflanzen, sondern von Wildblumen, darf sich der Honig daraus Wildblütenhonig nennen. Wildblütenhonig ist je nach Zusammensetzung der Tracht sehr unterschiedlich in Farbe, Geschmack und Konsistenz. Heute wird Wildblütenhonig aus den Bergen oder den Mittelgebirgen bereits als Rarität gehandelt.

Winterbiene

Arbeiterinnen, die im August oder September geboren werden, bezeichnet man als Winterbienen. Sie leben bis März oder April des Folgejahres, werden also deutlich älter als die Sommerbienen. Die Aufgabe der Winterbienen ist es insbesondere, die erste Brut nach dem Winter zu pflegen.

Wintereinfütterung

Damit das Bienenvolk gut über den Winter kommt, stellt der Imker ihm zusätzlich zu den eigenen Nahrungsvorräten Zuckerwasser oder einen zuckerhaltigen Teig zur Verfügung. Dieses Futter dient auch als Ersatz nach der Honigernte. Von den Bienen wird diese Lösung wie Honigtau oder Nektar weiterverarbeitet und zur Fütterung verwendet.

Winterruhe

Im Winter befindet sich keine Brut im Bienenstock. Sinken die Temperaturen unter ein gewisses Maß, so ziehen sich die Bienen vollständig in ihren Stock zurück. Damit die Temperatur im Inneren nicht unter 20°C absinkt, rücken sie dicht zusammen und wärmen die Königin. Dabei rotieren die Arbeiterinnen ständig, damit sie nicht zu stark auskühlen. Bienen halten also keinen Winterschlaf.

Wintertraube

Im Winter und bei kalten Temperaturen ziehen sich die Bienen in ihren Stock zurück. Um die Temperatur im Bienenstock konstant zu halten, bilden sie eine Traube, die Wintertraube. Im Zentrum der Traube befindet sich die Königin. Alle anderen Bienen bewegen sich ständig und rotieren, damit die außen sitzenden Bienen nicht zu sehr abkühlen. 

Wirtschaftsvolk

Im ersten Jahr seines Bestehens wird das Bienenvolk als Jungvolk (siehe auch „Jungvolk“) bezeichnet. Ab dem darauffolgenden Jahr ist es ein Wirtschaftsvolk, das durch die Produktion von Honig wirtschaftlich arbeitet.

Wollbiene

Eine besondere Bienenart ist die Wollbiene. Sie hat ihren Namen, weil sie die Haare von den Blättern und Stängeln der Pflanzen abbeißt und ihr Nest damit auskleidet. Die Wollbiene zählt zu den Solitärbienen.

Wundbehandlung

Nicht nur in der Homöopathie, auch in der klassischen Medizin wird Honig zur Wundbehandlung eingesetzt. Seine antibakteriellen Eigenschaften, die das Wachstum von Keimen und Bakterien hemmen, sind es, die ihn als Heilmittel so beliebt machen. Besonders wirksam ist der Honig der Manuka-Sträucher in Neuseeland. Er wird von den Pharmafirmen zu Wundgel verarbeitet.

Z

Zarge

Die Magazinbeuten haben die Arbeit des Imkers stark erleichtert. Sie bestehen aus mehreren Zargen. In jeder Zarge hängen meist bis zu elf Rähmchen. Diese Holzrähmchen sind genormt und können daher zwischen den Beuten ausgetauscht werden. Sie kann man fertig kaufen. Der Imker muss sie dann nur noch mit Draht verspannen, Mittelwände aufsetzen und befestigen und die Rähmchen in die Zarge einhängen.

Zeidler

Die Zeidler waren die Vorgänger der Imker. Sie waren im Mittelalter die ersten Honigsammler. Die Zeidler hielten aber keine eigenen Bienen, sie ernteten lediglich den Honig von wilden Bienenvölkern.

Zementhonig

Zementhonig ist Honig, der so zäh ist, dass er sich nicht schleudern lässt. Schuld daran ist der hohe Melezitose-Gehalt, eine Zuckerart, die vor allem in Honigtau vorkommt. Sie führt dazu, dass der Honig bereits im Honigraum so fest wird, das er nur unter Schwierigkeiten oder gar nicht geerntet werden kann.

Zittertanz

Neben Rundtanz und Schwänzeltanz ist der Zittertanz das dritte Element der Tanzsprache bei den Bienen. Haben die Sammelbienen eine besonders ertragreiche Tracht ausfindig gemacht, verkünden sie dies im Stock über ihren Zittertanz. Damit wird auch mitgeteilt, dass man nun mehr Nahrung sammeln wird, als im Bienenstock verarbeitet werden kann. Die Aufgaben unter den Arbeitsbienen müssen daher zum Teil neu verteilt werden.

Zucht

Bei der Bienenzucht  muss der Imker geeignete Königinnen und Drohnen für das neue Bienenvolk auswählen. Dazu muss der Imker sein Bienenvolk eingehend beobachten und sich Notizen über den Zustand des Volkes machen.  Je nach Zuchtziel legt er dabei auf unterschiedliche Eigenschaften Wert. Manche Imker wählen die Bienen nach ihrer Sanftmut aus, andere nach ihrer Winterfestigkeit oder ihrer Schwarmneigung. Die Zuchtwahl oder Körung erfolgt schließlich aufgrund der Einschätzung des Imkers bezüglich der Qualität des Erbguts.

Zusetzkäfig

Das kleine Kästchen, in dem man eine Königin zusammen mit ein paar Arbeiterinnen zu einem neuen Volk transportiert, wird Zusetzkäfig genannt. Es ist geschlossen, allerdings ist eine Seite lediglich mit einem feinen Maschendraht versehen. Damit ist sichergestellt, dass die Bienen ausreichend Luft bekommen. Der Zusetzkäfig wird auch dazu benutzt, einem weisellosen Bienenvolk eine neue Königin zu bringen.

Zweifachzucker

Zweifachzucker
Honig enthält überwiegend Monosaccharide (siehe auch „Monosaccharide“), also Einfachzucker. Nur ein Zehntel des Zuckers liegt in Form von Zweifachzucker vor. Das kommt unter anderem daher, weil die Speichelenzyme der Honigbiene die Zweifachzucker zu Einfachzucker abbauen.