Das Bienenlexikon von P bis S

Von P wie Parasit bis S wie Strickleiternervensystem

P

Parasit

Die Milbe zählt zu den Parasiten, die am häufigsten Bienenkrankheiten verursachen. Besonders gefürchtet unter Imkern ist die Varroa-Milbe. Sie wurde 1977 aus Vorderasien nach Europa importiert. Sie lebt auf der Biene, aber auch direkt auf der Brut. Da sie ihr kontinuierlich Körperflüssigkeit entzieht, wird die Biene zunehmend schwächer. Eine von Parasiten befallene Brut weist häufig eine hohe Anzahl verkrüppelter Bienen auf. Ein Teil der befallenen Puppen sterben auch.

Pheromone

Die Pheromone sind Boten- oder Duftstoffe, mit denen Lebewesen andere anlocken. Man bezeichnet sie daher auch als Sozialhormone. Bienen benutzen Pheromone, um sich untereinander zu erkennen. Sie dienen der Kommunikation, aber auch der Einheit eines Volkes. Pheromone werden aber auch zur Orientierung eingesetzt und dienen ebenfalls zur Koordination des Bienenschwarms.

Phospholipase A

Neben Melittin (siehe auch „Melittin“) und Hyaluronidase, Histamin und Alarmpheromonen gehört auch die Phospholipase A zu den Bienengiften. Das Enzym, ein großes Eiweiß, zerstört die Zellwände und löst Allergien aus.

Pleura

Die elastischen Flankenhäute oder Pleuren verbinden die Rückenplatte und die Bauchplatte des Bienen-Hinterleibes miteinander. Da beide aus hartem Chitin bestehen, ist die Pleura die einzige flexible Verbindung zwischen ihnen. Sie erst ermöglicht die hohe Beweglichkeit des Hinterleibs.

Pollen

Samenpflanzen produzieren Blütenstaub zur Fortpflanzung, den Pollen. Die Bienen nutzen den eiweißhaltigen Pollen vor allem als Nahrungsmittel. 

Pollenanalyse

Jede Pflanze hat ihren eigenen Pollen, der anders zusammengesetzt und strukturiert ist. Eine Analyse des Pollens gibt daher genauen Aufschluss über die zugehörige Pflanzenfamilie oder Art. Die Pollenanalyse wird aber insbesondere zur Untersuchung von Importhonigen angewendet. Hierbei bestimmt man die Herkunft aber auch die Sortenreinheit anhand der Melissoplaynologie, der Pollenanalyse.

Pollenbalsam

Pollenbalsam oder Pollenkitt sind dafür verantwortlich, dass der Pollen an der Biene haften bleibt und von ihr transportiert werden kann. Er enthält fett- und ölhaltige Substanzen, die klebrig sind. Das Pollenöl oder der Pollenbalsam finden sich auf der Exine (siehe auch „Exine“) des Pollens.

Pollenbrot

Als Pollenbrot wird eine Pollenzubereitung der Bienen bezeichnet. Im Bienenstock wird der gesammelte Pollen von ihnen am Rande des Brutnestes gelagert. Die Bienen setzen ihm dabei Sekrete und unreifen Honig zu. Dieser mit Milchsäure versetzte Pollen wird als Pollenbrot bezeichnet.

Pollenfalle

Für die Pollenanalyse werden Pollen auch in einer speziellen Pollenfalle gesammelt. Sie saugt mit einer Vakuumpumpe Luft an. Über eine rotierende Trommel wird der Pollen aus der Luft geschleudert und bleibt auf fettbeschichteten Teststreifen haften. Mit Hilfe dieser Streifen kann er dann entnommen und unter dem Mikroskop analysiert werden. Die Pollenfallen werden aber nicht nur von Imkern verwendet, sondern dienen auch zur Prognose des Pollenflugs, eine wichtige Information des Wetterdienstes für Allergiker.

Pollenkitt

Pollenbalsam (siehe auch „Pollenbalsam“) und Pollenöl ergeben den Pollenkitt, eine klebrige Substanz, die den Pollen am Hinterleib oder den Hinterbeinen der Biene festklebt.

Presshonig

Zu den Presshonigen zählen besonders zähflüssige Honige wie Heidehonig, die nicht durch Schleudern gewonnen werden können. Sie werden daher aus den Waben gepresst.

Propolis

Propolis ist das Kittharz der Bienen (siehe auch „Kittharz“). Für die Herstellung von Propolis wird Baumharz von den Bienen gesammelt und anschließend mit Speichel versetzt. Dann  wird noch etwas Wachs hinzugegeben. Mit diesem Kitt dichten die Bienen den Stock ab. Propolis wird in der Naturmedizin aber auch aufgrund seiner reichen Nährstoffe geschätzt. Es gilt als besonders reich an Vitamin A, B3 und E und enthält wertvolle sekundäre Pflanzenwirkstoffe und Spurenelemente. Propolis wirkt antibakteriell und antiviral. 

Prostaglandin

Prostaglandine sind für die Auslösung von Allergien, Entzündungen und Schmerzen mit verantwortlich. Die in Honig und in Propolis enthaltenen Flavonoide gehören zu den Prostaglandin-Hemmern. Sie unterbinden also die Bildung von Prostaglandinen.

Punktauge

Die kaum stecknadelgroßen Punktaugen der Biene werden meistens leicht übersehen. Sie sitzen oben auf der Stirn. Manchmal werden sie von den Kopfborsten sogar vollständig verdeckt. Die Punktaugen oder Ocellen (siehe auch „Ocellen“) dienen insbesondere der Lichtwahrnehmung. Sie sind ausgesprochen lichtstark und ermöglichen der Biene daher auch bei Dunkelheit zu fliegen.

Puppe

Die Larve wächst so lange, bis sie an die Wände der Brutzelle anstößt. Dann erst spinnt sie sich in ihren Kokon ein. Für die Arbeiterinnen ist dies das Zeichen, die Zelle mit einem Wachsdeckel zu verschließen. Die Larve benötigt nun Ruhe, um sich zu verpuppen. Jetzt findet die Metamorphose (siehe auch „Metamorphose“) statt. Die Organe der Larve werden abgebaut, der Aufbau der Imago beginnt. Flügel, Laufbeine und Facettenaugen bilden sich erst jetzt. Während dieser Zeit verharrt die Larve als unbewegliche Puppe in ihrer Zelle.

Putzbiene

Als Putzbienen werden vor allem junge Bienen eingesetzt. Sie können noch nicht als Ammen- oder Pflegebienen arbeiten, weil sie noch nicht ausreichend Futtersaft produzieren. Die jungen Bienen wärmen daher das Nest und reinigen es.

Q

Quaken

Sobald eine neue Königin in den Weiselzellen schlupfreif ist, beginnt die alte Königin, mit ihr zu kommunizieren. Dazu erzeugt sie mit ihren Flügeln einen hellen Ton, das Quaken oder Tüten. Die schlupfreife Weise antwortet darauf ebenfalls mit einem Ton. Da der Ton in der Zelle verzerrt wird, hört sich das Ganze für den Imker wie ein Quaken an. Für die alte Königin ist dieses Geräusch das Signal, den Stock zu verlassen und auszuschwärmen.

Qualität

Die Honigqualität wird anhand unterschiedlicher Parameter gemessen. So bestimmt man neben der Säure auch den Enzymgehalt und die Menge an HMF, Hydroxymethylfurfural und Wasser.

Qualitätskontrolle

Die Qualitätskontrolle von Honig wird auf Grund chemischer, biochemischer und physikalischer Parameter vorgenommen. Weitere wichtige Kriterien sind aber auch Geruch und Geschmack. Die Sortenreinheit wird über eine Pollenanalyse bestimmt.

R

Rähmchen

Die Waben sind in Rähmchen oder Rahmen untergebracht. Sie sind einzeln herausnehmbar. Als Leerrahmen oder Baurahmen werden sie in die Magazinbeute eingehängt und mit einer Mittelwand versehen. Die Rahmen erst ermöglichen das Schleudern des Honigs.

Rapshonig

Raps gehört zu den Massentrachten. Rapshonig gehört daher zu den Honigen, die in Deutschland neben Kleehonig am häufigsten produziert werden. Er ist mild und wegen seines leicht süßlichen Aromas besonders beliebt. Rapshonig ist cremig und hat eine helle, fast weiße Farbe. 

Rauchgeschmack

Ein Rauchgeschmack beim Honig ist ein Fremdgeschmack. Er wird auch als Fehlgeschmack bezeichnet. Er weist auf Fehler bei der Honigernte hin. Während der Honigernte sollte der Imker weder die Imkerpfeife noch den Smoker benutzen. Der Honig nimmt sonst den Rauchgeschmack an und lässt sich nicht mehr verwenden.

Reinigungsflug

Nach dem Winter unternehmen die Bienen einen Reinigungsflug. So nennt man ihren ersten Ausflug nach dem Winter, mit der die Winterruhe beendet wird. Die Biene reinigt sich dabei. Sie entleert auch ihren Darm.

Revierverhalten

Solitärbienen zeigen ein ausgesprochenes Revierverhalten. Bei den Wollbienen zum Beispiel vertreibt die männliche Biene sogar andere Bienen von der Tracht. Zur Abwehr werden spezielle Dornen am Hinterleib eingesetzt.

Robinienhonig

Die korrekte Bezeichnung für Akazienhonig aus Deutschland ist Robinienhonig. Hier kommt nämlich nur die Scheinakazie, die Robinie, vor. Echter Akazienhonig stammt zumeist aus Südeuropa oder Südosteuropa. Er ist sehr mild und eher flüssig.

Rüssel

Rüssel
Die Rüssel der drei Bienenwesen sind höchst unterschiedlich. So ist der Rüssel der Königin ausgesprochen kurz. Sie wird ihr Leben lang gefüttert und muss nicht selbst Futter suchen. Die Drohnen können selbständig Nektar aufnehmen. Ihr Rüssel ist länger. Den längsten Rüssel aber haben die Arbeiterinnen. Ihr Rüssel ist ein Multifunktionswerkzeug, mit dem sie Nahrung aufnehmen und abgeben, Waben bauen und reinigen.

Ruhr

Ungeeignetes Futter, Feuchtigkeit und andere Erkrankungen führen bei der Biene zu Durchfall, auch Ruhr genannt. Die Bienenruhr ist allerdings nicht ansteckend, da sie nicht durch ein Virus verursacht wird.

Rundmade

In den ersten Tagen nach dem Schlüpfen aus dem Ei hat die Bienenlarve die Form einer Rundmade. Sie liegt gekrümmt in der Brutzelle. Erst am sechsten Tag streckt sich die Larve und wird zur Streckmade.

Rundtanz

Durch den Rundtanz löst die Biene Alarm aus. Dazu bewegt sie sich abwechselnd rechts und links herum im Kreis. Der Rundtanz kann aber auch auf eine Trachtquelle aufmerksam machen. Dann jedoch findet er in ihrer unmittelbaren Nähe statt, maximal  in einer Entfernung von 150 Metern.

S

Säuregehalt

Der Säuregehalt eines Honigs gibt Auskunft über seine Qualität. Von Natur aus ist der Honig säurearm. Er enthält lediglich etwas organische Säure. Die Honigverordnung schreibt vor, dass ein Honig maximal 50 Milliäquivalente Säuregehalt pro Kilogramm Honig enthalten darf. Zur Bestimmung des Säuregehalts misst man den pH-Wert des Honigs. Er liegt bei allen Honigen unterhalb des Wertes 7. Je niedriger der Wert, umso höher der Säuregehalt. Blütenhonige weisen einen pH-Wert von 3,2 bis 4,5 auf, während Honigtauhonige einen pH-Wert von 4 bis 5,4 haben. Sie enthalten also etwas weniger Säure. Die Bestimmung des Säuregehalts kann der Imker mit einem speziellen pH-Meter selbst durchführen oder aber im Labor vornehmen lassen.

Sammelbiene

Sammelbiene
Die Sammelbienen unter den Arbeiterinnen sind für die Nahrung verantwortlich. Sie sammeln Pollen, Nektar und Honigtau und versorgen das Bienenvolk auch mit Wasser. Die Sammelbienen sind bereits erfahrene Bienen. Erst in der zweiten Lebenshälfte wird die Arbeiterin im Stock zur Sammelbiene.

Sandbiene

Die Erdbiene oder Sandbiene zählt zu den Solitärbienen. Sie baut ihre Nester in die Erde.

Scherenbiene

Eine besonders kleine Bienenart ist die Scherenbiene. Sie wird nur wenige Millimeter groß. Die Scherenbiene ist damit nicht viel größer als der Rüssel der Honigbiene lang ist. Dadurch hat sie aber auch einen Vorteil: Sie kann kleine Blüten besuchen, die für größere Bienen zu eng sind. Damit bewegt sie sich in einer Nische. Die Scherenbiene besucht insbesondere Glockenblumen und Hahnenfuß. Sie sammelt also nur auf wenigen Blüten.

Schleuderhonig

In Deutschland werden vorwiegend Schleuderhonige hergestellt. Dazu befreit der Imker die Waben von den Wachsdeckeln, stellt sie in eine Zentrifuge und schleudert den Honig erst auf der einen, dann auf der anderen Seite heraus. Danach siebt er den Honig und rührt ihn vorsichtig um, damit sich die Kristalle gleichmäßig verteilen.

Schwänzeltanz

Die Tanzsprache der Bienen ist äußerst komplex. Neben dem Rundtanz und dem Zittertanz verwendet die Biene den Schwänzeltanz. Mit ihm informiert sie die anderen Bienen über eine neue Tracht. Sie teilt im Tanz nicht nur die genaue Lage und die Entfernung mit, sondern gibt auch Auskunft über die Menge und die Qualität der gefundenen Futterstelle. Dazu bewegt sich die Biene in Form von Halbkreisen fort. In der Verbindung zwischen den Halbkreisen bewegt sie ihren Hinterleib von rechts nach links, sie schwänzelt.

Schwärmen

Schwarm
Bemerkt die alte Königin, dass die neue Bienenkönigin bald schlüpft, so bildet sie mit einem Teil des Volkes einen neuen Schwarm und schwärmt aus. Zur Orientierung sammelt sich der Schwarm  erst einmal in der Nähe des alten Bienenstocks. Spurbienen, das sind die Scouts unter den Bienen, werden losgeschickt, um nach einer neuen Unterkunft Ausschau zu halten. Der Schwarm fliegt dann dorthin und verliert damit jeglichen Kontakt zu seinem alten Bienenstock. Das Schwärmen dient also der Teilung des Bienenvolks und damit seiner Vermehrung.

Schwarmzeit

Die Teilung der Bienenvölker geschieht meist im Sommer, also in der Zeit, wenn das Bienenvolk am größten ist. Meistens schwärmen die Bienen von Mai bis Juni, manchmal hinein bis in den Juli. Selten kommt es vor, dass die Bienen mehr als einmal im Jahr schwärmen.

Sekret

Die Honigbiene hat mehr als ein Dutzend Drüsen, die Sekrete abgeben. Es gibt Drüsen, die ihr Sekret ins Körperinnere absondern, die endokrinen Drüsen (siehe auch „endokrine Drüse“) und solche, die ihr Sekret nach außen abgeben. Das sind die exokrinen Drüsen (siehe auch „exokrine Drüse“). Man unterscheidet Speicheldrüsen bei der Biene, Futtersaftdrüsen, Mandibeldrüsen, Wachsdrüsen, Duftdrüsen und Giftdrüsen.

Sinne

Die Honigbiene hat fünf Sinne. Sie schmeckt, riecht, sieht, fühlt und spürt Vibrationen. Ein eigentliches Gehör hat sie nicht. Sie verfügt damit nur über ein sehr eingeschränktes Hörvermögen. Auch ihr Sehvermögen ist begrenzt. Sie nimmt zwar Bewegungen und Licht deutlich wahr, ihr räumliches Sehvermögen ist allerdings sehr eingeschränkt. Details sieht sie nur aus unmittelbarer Nähe. Sehr sensibel ist die Honigbiene jedoch, was Gerüche und Düfte anbelangt. Sie verfügt über ein ausgesprochen gutes Duftgedächtnis. Das Tastorgan der Biene sind ihre Fühler. Hier sitzen besonders viele Nervenzellen.

Smoker

Der Smoker ist ein kleines Gerät, das Rauch erzeugt. Im Gegensatz zur Dathepfeife verteilt sich der Rauch nicht mit dem Atem des Imkers, sondern wird über einen Blasebalg in den Raum geblasen. Der Smoker hat die traditionelle Imkerpfeife längst abgelöst.

Solitärbienen

Solitärbienen sind Bienen, die nicht als Volk, sondern allein leben. Dazu zählen die Blattschneiderbienen, die Mauerbienen und Sandbienen, die Wespenbienen und die Wollbienen.

Sommerbiene

Sommerbienen leben deutlich kürzer als Winterbienen. Während die Sommerbienen im Durchschnitt zwei Monate alt werden, erreichen die Winterbienen ein Alter von sieben bis acht Monaten.

Sommerhonig

Honig, der in den Sommermonaten geerntet wurde, wird oft als Sommerhonig bezeichnet. Sommerhonig ist daher überwiegend Blütenhonig von Wald- und Wiesenpflanzen, die im Juni oder Juli blühen. Er ist meist mild und hat ein zartes Aroma. Ist der Sommer besonders heiß, wird mehr Honigtauhonig produziert. Er ist im Geschmack kräftiger und auch von einer dunkleren Farbe.

Sortenhonig

Der Begriff Sortenhonig ist genau festgelegt. Als Sortenhonige dürfen laut Honigverordnung alle Honige bezeichnet werden, die vollständig oder überwiegend aus einer Quelle stammen. Anhand der Pollen, der Farbe, der Konsistenz des Honigs, seinem Zuckergehalt und dem Geruch kann der Experte nachweisen, ob es sich tatsächlich um einen Sortenhonig handelt. Zu den Sortenhonigen zählen Akazien- und Heidehonig, Kastanienhonig, Klee-, Linden- und Rapshonig, Tannenhonig und Waldhonig.

Sortentypisch

Im Geschmack muss der Sortenhonig sortentypisch sein, das heißt er darf weder Fremdgerüche noch einen Fremdgeschmack aufweisen. Rauch- oder Gärgeschmack gelten als Fehlgeschmack, ebenso unerwünscht ist ein untypischer Säuregehalt.

Sozialer Futteraustausch

Die Trophallaxis, der soziale Futteraustausch unter den Honigbienen, hat mehrere Funktionen. Zum einen stellt er sicher, dass allen Bienen im Stock die gleiche Menge an Futtervorrat zur Verfügung steht. Zugleich dient der soziale Futteraustausch der Kommunikation untereinander. Durch die Weitergabe des Futters erfährt die Biene Details  zu den Besonderheiten der Tracht, ihrem Zuckergehalt, ihrem Geruch. Außerdem werden bei der Trophallaxis Pheromone ausgetauscht, die die Zugehörigkeit zum Volk signalisieren und für Harmonie und Einheit sorgen.

Speicheldrüse

Die Biene besitzt zwei Speicheldrüsen, die Kopfspeicheldrüse und die Brustspeicheldrüse. Das Sekret der Kopfspeicheldrüse ist ölig, das der Brustspeicheldrüse eher wässrig. Die Speicheldrüsen haben die Aufgabe, feste Nahrung so aufzubereiten, dass sie von der Biene verarbeitet werden kann. Dazu werden Enzyme, also Verdauungssäfte zugefügt. Sie schließen die Nahrungsbestandteile auf und machen sie für den Körper verfügbar. Der Speichel wird auch dazu verwendet, Honig und Honigtau anzufeuchten, um ihn zu lösen oder zu reinigen.

Spurbiene

Der Wegweiser unter den Flugbienen ist die Spurbiene. Sie ist mit der Aufgabe befasst, neue Trachten ausfindig zu machen oder für den Schwarm eine neue Behausung zu finden. Als Spurbienen arbeiten nur ältere, erfahrene Bienen. Sind die Spurbienen fündig geworden, kehren sie zurück und führen einen Tanz auf. Haben mehrere Spurbienen unterschiedliche Futterstellen gefunden, so entscheidet die Intensität des Tanzes darüber, welche davon ausgewählt wird. Die Spurbiene ist der Scout unter den Bienen. 

Stachel

Der Giftstachel der Biene gilt nur zu ihrer eigenen Verteidigung. Da der Giftstachel eine Weiterentwicklung des Eiablagestachels ist, verfügen nur weibliche Bienen über ihn. Drohnen haben keinen Stachel. Die Bienen verwenden den Stachel, um ihre Beute zu lähmen. Nur so können sie sie transportieren oder verspeisen. Da die Bienen aber fast ausschließlich Vegetarierinnen sind, kommt der Stachel nur dann zum Einsatz, wenn sie sich verteidigen müssen.

Sternit

Die Bauchplatte oder auch Brustbereich der Biene wird auch als Sternit bezeichnet.

Sterzeldrüse

Die Sterzeldrüse oder Nassanoffsche Drüse (siehe auch „Nassanoffsche Drüse“) gibt die Pheromone ab, anhand derer sich die Arbeiterinnen im Stock orientieren. Nach Orientierungsflügen oder bei der Suche nach einer neuen Behausung machen die Bienen einen Sterzeltanz. Dazu heben sie den Hinterleib an und wedeln mit den Flügeln, um den Duft aus der Sterzeldrüse zu verteilen. Er gilt als Wiedererkennung und wird auch dazu benutzt, um neue Trachten zu kennzeichnen oder die Behausung zu markieren.

Stich

Bei manchen Menschen führt der Stich einer Biene zu Schwellungen oder sogar zu Schockreaktionen. Ursache dafür ist eine Allergie gegen Bienengift. In der Regel jedoch ist der Bienenstich zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. Die Giftmenge ist viel zu gering als dass sie einen Menschen schädigen könnte.

Stigmen

Die Atemöffnungen der Tracheen sind die so genannten Stigmen. Von hier aus wird die Luft in Luftsäcke weitergeleitet. Von dort wird sie dann über feinste Luftröhrchen, den Tracheolen, ins Körperinnere geführt. Auf diese Weise wird die Biene mit Sauerstoff versorgt. Über die Stigmen gelangt auch überflüssiges Kohlendioxid wieder nach außen.

Stockbiene

Als Stockbienen werden alle Bienen bezeichnet, die ihre Arbeit im Bienenstock verrichten. Dazu zählen die Wächterinnen, die Baubienen, die Ammenbienen und die Putzbienen ebenso wie die Honigmacherinnen. Die Honigmacherinnen übernehmen von den Sammlerinnen den Ertrag an Pollen, Nektar und Honigtau und verarbeiten ihn weiter.

Stockkarte

Zur Kontrolle des Bienenvolkes ist eine Stockkarte hilfreich. Als solche bezeichnet man jegliche Aufzeichnungen des Imkers über den Zustand des Bienenvolkes, seine Veränderungen, Krankheiten und Besonderheiten. In der Regel führt der Imker für jedes Bienenvolk eine eigene Stockkarte.

Stockmeißel

Zum Werkzeug eines Imkers gehört auch ein Stockmeißel. Mit ihm lassen sich fest sitzende oder klemmende Rähmchen lösen. Nicht selten haben die Bienen die Rahmen mit ihrem Kitt so fest verankert, dass der Imker sie ohne Hilfsmittel nicht lösen kann. Mit dem Stockmeißel lassen sie sich jedoch meist ganz leicht aushebeln. Auf der Rückseite des Stockmeißels befindet sich übrigens eine scharfe Klinge. Sie lässt sich hervorragend dazu einsetzen, um Wachs abzukratzen oder Propolis abzuschaben.

Streckmade

In den ersten Tagen schwimmt die Larve gekrümmt in ihrer Brutzelle. Mit ihrem Wachstum streckt sie sich zunehmend. Arbeitsbienen erreichen das Stadium einer Streckmade in der Regel am sechsten Tag.

Strickleiternervensystem

Das Nervensystem der Biene ist wie eine Strickleiter aufgebaut. Die Nerven laufen in Paaren an der Bauchseite entlang. Kleine Nervenknoten sind der Ausgangspunkt für die Weiterleitung über Nervenstränge in den Körper. Sie sind so regelmäßig angeordnet, dass man auch von einem Strickleiternervensystem spricht.