Das Bienenlexikon von F bis H

Von F wie Facettenaugen bis H wie Hypopharynxdrüse

F

Facettenaugen

Die Facettenaugen der Biene bestehen aus mehreren Einzelaugen. Sie sind spezialisiert auf die Wahrnehmung von Bewegungen (siehe auch „Augen“).

Farbmal

Woran erkennen die Bienen, ob eine Blüte Nektar oder Pollen trägt? An ihrem Farbmal. Als solches wird eine bestimmte Zeichnung oder Färbung der Kronblätter bezeichnet, mit Hilfe derer die Pflanze den Bestäubern signalisiert, dass sie Pollenvorräte beherbergt.

Faulbrut

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine meldepflichtige Bienenkrankheit, die als Seuche eingestuft ist. Ihre europäische Variante verläuft allerdings meist gutartig. (siehe auch „Amerikanische Faulbrut“, „Europäische Faulbrut“).

Fermente

Die Enzyme, also diejenigen Eiweiße, die im Körper als Katalysatoren fungieren, werden auch Fermente genannt (siehe auch „Enzyme“). Sie sind wichtig für den Körperbau und die Verdauung, aber auch für die Bereitstellung von Energie für alle Prozesse, die im Körper der Biene ablaufen.

Fettkörper

Der Fettkörper ist das Speicherorgan der Insekten, in dem Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette gelagert werden. Der Fettkörper kann auch selbst Stoffe synthetisieren, zum Beispiel kann er aus Zucker Fette aufbauen. Er ist auch für die Produktion des Bienenwachses verantwortlich. Am ehesten kann man ihn mit der menschlichen Leber vergleichen.

Flavonoide

Unter den Pflanzenfarbstoffen sind die Flavonoide die bekanntesten. Flavonoide sind vor allem in Propolis enthalten. Sie gelten als besonders gesund, können sie doch Entzündungen und  Allergien oder Schmerzen positiv beeinflussen. Sie gelten zudem als Krampflöser. Ein Teil der Flavonoide gilt sogar als Antioxidantien. Im Honig und in Propolis sind besonders viele Flavonoide enthalten. Sie sind es auch, die für die typische Honigfarbe sorgen.

Flügel

Die durchscheinenden zarten Flügel der Biene bestehen aus Chitin (siehe auch „Chitin“). Dadurch sind sie leicht und beweglich und dennoch sehr widerstandsfähig. Bewegt werden die Flügel der Biene durch ihre Brustmuskulatur.

Flugbiene

Die Arbeiterinnen unter den Bienen sind abhängig vom Alter und vom Bedarf des Bienenvolkes zuerst im Bienenstock tätig. Erst in der zweiten Lebenshälfte werden sie als Sammelbienen oder Flugbienen eingesetzt. Flugbienen sind für das Sammeln von Pollen und Nektar verantwortlich. Sie tragen aber auch Wasser in den Bienenstock.

Flugloch

Die Ein- und Ausflugschneise zum Bienenstock bezeichnet man als Flugloch. Das Flugloch ist durchgängig geöffnet. An der Größe des Flugloches lässt sich unter anderem die Größe des Bienenvolkes feststellen. Im Winter, bei schlechtem Wetter oder im Falle einer Gefahr, dass andere Tiere dort eindringen, verkleinert der Imker das Flugloch mit einem Keil.

Flugmuskulatur

Die Muskeln für den Flügelschlag sind in der Brust der Biene angesiedelt. Hier, im Thorax, nehmen sie den größten Raum ein. Die Flugmuskulatur hat einen besonders hohen Sauerstoffbedarf. Der Sauerstoff wird daher besonders dosiert durch die hauchfeinen Verästelung der Tracheen zugeführt.

Frischpollen

Der Frischpollen ist der frische Pollen, der von den Sammel- oder Flugbienen mit in den Stock gebracht wird. Zur Entnahme des Frischpollens führt der Imker die Bienen bei der Ankunft am Flugloch über ein kleinmaschiges Gitter, in dem ein Teil des Pollens hängen bleibt. Pollen gelten als besonders nahrhaft und sind sehr gesund. Auch sie enthalten die wertvollen Flavonoide (siehe auch „Flavonoide“).

Frühtracht

Die Tracht umfasst das gesamte Nahrungsangebot der Bienen an Nektar, Pollen und Honigtau. Die Frühtracht ist die Tracht, die zur ersten Honigernte eines Jahres führt. Neben der Frühtracht gibt es auch noch die Sommertracht und die Spättracht.

Fruktomaltose

Fruktomaltose ist eine Fruktose-Glukose-Glukose Kombination, die insbesondere in Honigtau vorkommt.

Fruktose

Einkettige Zucker, also Monosaccharide, werden auch als Fruktose oder Fruchtzucker bezeichnet. Er ist der Zucker unter den natürlichen Zuckervorkommen, der am süßesten ist. In hoher Konzentration ist er zum Beispiel im Honig enthalten.

Fühler

Der Fühler der Biene wird in der Biologie auch Antenne genannt. Hier sind ein Großteil der Sinnesorgane und Sinneszellen untergebracht. Jedes Insekt verfügt über paarige Antennen.

Die Fühler der Biene bestehen aus Schaft, Wendeglied und zehn bis elf Geisselgliedern. Arbeiterinnen und Königin besitzen zehn Geisselglieder, Drohnen elf. In den Fühler befinden sich auch der Geruchssinn und der Tastsinn. Je nach Aufgabenbereich der Biene unterscheiden sich die Fühler.

Futterkranzprobe

Wenn der Imker nach dem Winter im Frühling erstmals wieder die Beute öffnet, um nachzusehen, wie sein Bienenvolk den Winter überstanden hat, entnimmt er in der Regel auch eine Futterkranzprobe. Als solche wird eine Honigprobe bezeichnet, die im Labor auf etwaige Erkrankungen und Parasiten untersucht wird. Dazu werden die Sporen im Honig analysiert (siehe auch „Faulbrut“).

Futtersaft

Der Futtersaft ist besonders reich an Energie und Eiweißstoffen. Die Ammenbienen bilden den Futtersaft in ihren Drüsen und verfüttern ihn dann an die Larven beziehungsweise an die Königin. Der Futtersaft für die Bienenkönigin unterscheidet sich von dem für die Larven allerdings durch seine Zusammensetzung. Das Gelée Royale ist die wertvollste Nahrung, quasi die Muttermilch der Ammenbiene. Mit ihm wird die Königin zeit ihres Lebens ernährt.

Futtersaftdrüse

Die Drüsen, die den wertvollen Futtersaft bilden, sitzen im Kopf der Arbeiterbiene. Nur die Arbeiterinnen sind in der Lage dazu, dieses Drüsensekret zu bilden. Das Sekret fließt direkt in den Mund der Biene, wo es mit Zucker aus der Honigblase oder dem Sekret der Mandibeldrüse angereichert wird. Die Aktivität der Drüsen ist hormongesteuert und lässt sich auch bei Bedarf reaktivieren.

Futterteig

Die Honigvorräte legt das Bienenvolk für den Winter an. Werden sie vom Imker entnommen, so müssen sie durch Ersatznahrung wie den Futterteig oder Flüssigzucker ersetzt werden. Die Bienen nutzen diese Wintereinfütterung dann erneut dazu, um Nahrungsvorräte anzulegen. Honig wird allerdings keiner mehr gebildet. Dazu fehlen Nektar und Honigtau (siehe auch „Wintereinfütterung“).

Futterzarge

Die Futterzarge oder der Futteraufsatz werden bei der Magazinbeute zuoberst eingesetzt. Über sie kann der Imker ein Bienenvolk mit Nahrung versorgen. 

G

Gattung

Die Gattung ist der Oberbegriff für nah verwandte Arten. Der Gattungsname ist daher auch immer Bestandteil der Artenbezeichnung. So ist Apis die Gattung, Apis mellifera die Art der Honigbiene. Mehrere Gattungen werden wiederum zu Familien zusammengefasst.

Ganglion

Ganglien sind Knoten in den Nervensträngen der Biene. Hier befinden sich besonders viele Nervenzellen. Da die Ganglien bei den Bienen sehr regelmäßig angeordnet sind, spricht man auch von einem Strickleiternervensystem (siehe auch „Strickleiternervensystem“).

Gelée royale

Der Weiselfuttersaft, das Kopfdrüsensekret oder Gelée royale ist ein besonders nahrhafter Saft, mit dem die Königin und die Maden in den ersten drei Tagen gefüttert werden. Gebildet wird er von den Ammenbienen, also den jungen Arbeiterinnen, die das Sekret aus den Kopfspeicheldrüsen mit dem Mandibelsekret vermischen. Gegebenenfalls setzen sie dem Saft auch noch Zucker aus der Honigblase zu (siehe auch „Futtersaftdrüse“).

Gemüll

Das Gemüll enthält alles, was sich auf der Bodenplatte der Beute ansammelt. Abfälle ebenso wie Wachsreste, Stücke von Propolis oder auch Milben. Als Indikator für den Gesundheitszustand der Bienen ist das Gemüll sehr aufschlussreich. Der Imker sollte es deshalb genau durchsuchen, bevor es von den Bienen entfernt wird.

Geruchssinn

Den besten Geruchssinn unter den Bienen haben die Drohnen. Ihre Geisseln enhalten besonders viele Riech-, Poren- und Membranplatten. Man schätzt, dass es etwa 30.000 sind. Eine Arbeitsbiene hingegen verfügt nur über circa 6.000 Riechplatten.

Geschlechtsorgan

Die Geschlechtsorgane der Biene befinden sich in ihrem Hinterleib. Sie bestehen aus den Eierstöcken, den Eileitern und der Vagina. Die Bienenkönigin verfügt darüber hinaus über einen speziellen Spermienvorrat in der Samenblase. Der Geschlechtsapparat des Drohns besteht aus Hoden, Samenleitern und Penis. Nach der Begattung stirbt der Drohn an Haemolymph-Mangel. Für den Begattungsprozess hat er seine gesamte Körperflüssigkeit verwenden müssen. 

Giftblase

Im Hinterleib liegt die Giftblase der Bienen. Hier wird das Bienengift gespeichert. Nur Arbeiterinnen und Königin haben eine Giftdrüse und eine Giftblase, Drohnen haben keine (siehe auch „Giftdrüse“). Bei der Königin hat sich aber zugunsten des Eierlegens der Stachelapparat zurückgebildet. 

Giftdrüse

Die ausgewachsene Biene produziert das Bienengift in der Giftdrüse am Hinterleib. Ist das Gift erst einmal gebildet, wird es in der Giftblase bis zu seinem Einsatz gelagert. Rechtzeitig zu ihrer Aufgabe als Wächterin des Bienenstocks ist die Giftblase der Arbeiterbiene gefüllt. Die Blase kann nicht nachgefüllt werden. Jeder Biene steht nur der einmalige Vorrat an Gift, das sind etwa 0,1 Milligramm, zur Verfügung. In Osteuropa und Asien wird das Bienengift für die pharmazeutische Industrie gezielt entnommen. Dazu werden leichte Stromstöße verabreicht, die die Bienen zur Giftabgabe anregen.

Glucoseoxidase

Eines der drei Enzyme im Honig ist die Glucoseoxidase. Sie enthält ein Sauerstoffatom, das, wird es freigesetzt, desinfinzierend wirkt.

Glukose

Die Glukose oder Dextrose ist ein Monosaccharid. In der Umgangssprache wird es auch Traubenzucker genannt. Für den Stoffwechsel spielt die Glukose eine herausragende Rolle. Sie stellt die meiste Energie für die Körperprozesse zur Verfügung. Andere Zucker werden daher häufig zu Glukose umgewandelt.

H

Hakenreihe

Hakenreihe und Hakenfalte verbinden die Vorderflügel der Biene mit ihren Hinterflügeln. Der Vorderflügel hakt sozusagen in den Hinterflügel ein. So bilden sie einen großen Gesamtflügel, der die Flugeigenschaften der Biene optimiert (siehe auch „Haftfalte“).

Haemolymphe

Im Gegensatz zum Menschen hat die Biene wie alle anderen Insekten auch einen offenen Kreislauf und anstelle von Blut die Haemolymphe. Durch das offene Kreislaufsystem sind Blut und Lymphe, also Gewebeflüssigkeit, nicht getrennt. Sie vermischen sich zur Haemolymphe. Die Haemolymphe transportiert Abbauprodukte und Nährstoffe an die malpighischen Gefäße beziehungsweise an den Organismus.

Häutung

Die Bienenhaut ist quasi zugleich das Skelett. Es liegt außen und wird daher auch als Exoskelett bezeichnet. Da die Haut fest und unflexibel ist, kann sie nicht mitwachsen. In der Entwicklung der Biene findet daher in jedem Stadium eine Häutung statt, die den Übergang zum nächsten Entwicklungsstadium ermöglicht. Das Ei wird erst nach sechsmaliger Häutung zur flugfähigen Biene.

Haftfalte

Die Haftfalte ist wie die Hakenreihe eine Besonderheit der Bienenflügel. Vorderflügel und Hinterflügel werden somit quasi nahtlos verbunden und bilden eine Einheit (siehe auch „Hakenreihe“).

Hautflügler

Die Biene zählt zu den Hymenoptera, den Hautflüglern. Zu ihnen gehören auch Ameisen und Wespen. Die Bezeichnung stammt von ihren zarten, transparenten Flügeln ab, die wie eine dünne Haut anmuten. 

Heidehonig

Die Konsistenz von Honig unterscheidet sich sehr stark. Besonders zäh ist der Heidehonig. Er lässt sich nur schwer schleudern. Manchmal wird er daher auch als Wabenhonig oder als Presshonig angeboten. Der größte Anteil deutschen Heidehonigs stammt aus der Lüneburger Heide und anderen Heidelandschaften.

Herzschlauch

Bienen haben ein offenes Kreislaufsystem. Ihr Herz schließt an den so genannten Herzschlauch an, der die Haemolymphe bis in den Kopf der Biene pumpt. Dort enden die Gefäße offen im Gewebe. Ist die Haemolypmphe dort angekommen, fließt sie über den Herzschlauch auf gleichem Wege wieder zurück ins Herz.

Hinterbehandlungsbeute

Hinterbehandlungsbeuten sind Beuten, die von der Rückseite her geöffnet werden. Der Zugang zum gesamten Brutraum erfolgt also von der Hinterseite des Bienenstocks. Der Imker muss sich dazu bücken. Die Arbeit an Hinterbehandlungsbeuten gilt daher als beschwerlicher als die an Oberbehandlungsbeuten, welche von oben bearbeitet werden.

Hinterleib

Der Hinterleib oder Abdomen der Biene beherbergt alle wichtigen Organe und Drüsen. Er ist so konstruiert, dass eine maximale Flexibilität und Beweglichkeit erreicht werden. Beim Stechen kann die Biene den Hinterleib blitzschnell krümmen. Die Kontraktion des Hinterleibs ist aber auch wichtig für die Funktion der Atmungsorgane, der Tracheen. Der Hinterleib funktioniert hierbei quasi als Blasebalg.

Histamin

Histamin ist ein Bestandteil des Bienengifts. Dieses kleine Molekül wirkt lokal als Hormon. Wird es freigesetzt, führt dies zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Sie werden für Wasser durchlässig. Die Folge: die typische Hautschwellung nach einem Bienenstich.

HMF

Ein Abbauprodukt, das sich im Honig oft nachweisen lässt, ist das Hydroxymethylfurfural HMF. Wird der Honig lange gelagert, so bildet es sich aus Zucker. Eine hohe Säure und warmes Wetter fördern die Entstehung von HMF. Hydroxymethylfurfural ist daher auch ein Indikator für eine Überlagerung beziehungsweise für eine zu hohe Lagertemperatur. Qualitätshonig weist nur einen geringen Gehalt an HMF auf.

Hobbock

Ein Hobbock oder Honigeimer ist ein in der Regel aus Edelstahl gefertigter, luftdicht verschließender Eimer. Er ist etwa 50 cm hoch, hat einen Durchmesser von 30 cm und fasst 50 Kilogramm Honig. Unten, am Nullpunkt des Kessels hat er einen Auslasshahn, über den der Honig entnommen werden kann.

Hobbyimker

Hobbyimker beginnen ihre Imkertätigkeit in der Regel mit zwei bis drei Bienenvölkern. Vier von fünf Imkern betreiben die Imkerei als Hobby, nur 20 Prozent sind Berufsimker. Sie haben eine dreijährige Ausbildung als Tierwirt – Fachrichtung Bienenhaltung absolviert. Hobbyimker kann eigentlich jeder werden. Es ist nicht viel, was man zum Start benötigt. Dazu kann man sich ganz einfach ein Bienenvolk oder mehrere Bienenvölker kaufen.

Auf diesen Seiten erfahren Sie alles, was Sie über die Imkerei wissen müssen.

Honig

Die Nahrungsreserve der Bienen ist der Honig. Er sorgt dafür, dass das Bienenvolk auch im Winter ausreichend Nahrung hat. Aus Nektar und Honigtau machen die Bienen den Honig. Dazu versetzen sie die Lösung mit Kohlenhydraten und anderen Stoffen, die dem Honig das Wasser entziehen. Honig ist ein reines Naturprodukt. Er besteht lediglich aus drei Substanzen: dem Nektar der Pflanzen, dem tierischen Honigtau und den von den Bienen zugesetzten Stoffen zur Verarbeitung.

Honigbereitung

Die Biene bereitet den Honig in drei Schritten zu. Zuerst versetzt sie Nektar und Honigtau mit ihrem Speichel. Die Enzyme darin spalten die Zucker auf. Zuletzt wird dem Honig das Wasser entzogen. Er wird dickflüssig und zäh. Der Prozess der Honigbereitung beginnt bereits in der Sammelphase. Schon während der Nektaraufnahme werden Enzyme zugesetzt. In der Honigblase, wo die Vorräte während des Transportes zum Stock lagern, wird die Lösung außerdem weiterverarbeitet.

Honigbienen

Apis mellifera, die Honigbiene ist die typische Bienenart in Europa. Tatsächlich aber gibt es mehrere Tausend unterschiedliche Arten unter den Bienen. Die Honigbiene wiederum lässt sich in verschiedene Rassen unterteilen, so zum Beispiel in Apis mellifera mellifera (die Dunkle Biene), Apis mellifera ligustica (die italienische Biene), Apis mellifera caucasica (die Kaukasische Biene) und Apis mellifera carnica (die Kärntner Biene).

Honigblase

Die Sammelbienen sammeln Honigtau und Nektar. Bereits auf dem Flug zurück zum Bienenstock werden diese in der Honigblase verarbeitet. Hier beginnt bereits der Reifungsprozess. Im Bienenhaus angekommen,  gibt die Sammelbiene den Inhalt der Honigblase dann an die Arbeitsbienen im Stock ab. Ein kleiner Teil davon dient auch zu ihrer eigenen Ernährung. Der ständige Austausch der Nahrung in der Honigblase unter den Bienen sorgt dafür, dass alle Bienen im Bienenstock über einen etwa gleich großen Vorrat an Nahrung verfügen.

Honigernte

Das Ziel eines jeden Imkers ist die Honigernte. Dazu entnimmt er jeweils am Ende einer Tracht den Honig aus den Honigwaben und ersetzt ihn durch eine Zuckerlösung. Dies geschieht etwa drei bis vier Mal im Jahr. Im Anschluss daran wird der Honig geschleudert, dann gesiebt und durchgerührt und schließlich abgefüllt.

Honigraum

Der Honigraum ist der Bereich der Beute, in dem sich lediglich der Honig befindet. In Magazinbeuten ist das die obere Zarge. Sie ist durch ein feinmaschiges Gitter von den Brutwaben getrennt, wo die Königin aufgrund ihrer Größe nicht durchkommt und dort daher auch keine Eier ablegen kann. Der Honigraum enthält daher nur Honigwaben.

Honigschleuder

Honigschleuder
Es gibt mechanische und elektrisch angetriebene Honigschleudern. Erstere werden mit einer Kurbel per Hand bedient. Wabenkorb und Kessel einer Honigschleuder bestehen immer aus reinem Edelstahl. Hier werden die Honigwaben nach ihrer Entdeckelung eingehängt und geschleudert. Der Honig wird bei diesem Vorgang aus den Waben geschleudert und sammelt sich im Kessel. Moderne Schleudern drehen die Honigwaben automatisch, damit der Honig an beiden Seiten heraus fließen kann. Nach dem Schleudern wird der Honig von größeren Partikeln befreit. Er wird dafür durch ein feines Sieb gesiebt.

Honigsorten

Es gibt fast so viele Honigsorten wie Blühpflanzen. Aber nicht jeder Honig darf als Sortenhonig verkauft werden. Dieser Begriff ist nur denjenigen Honigen vorbehalten, die aus vorwiegend einer Quelle stammen. Dies schreibt die Honigverordnung vor. Der Imker muss also genau beobachten, welche Tracht seine Bienen besuchen. Er muss ebenso gezielt den Zeitpunkt der Honigentnahme bestimmen, damit keine Vermischung stattfindet. Honigsorten sind zum Beispiel Akazienhonig, Blütenhonig, Heide- und Kastanienhonig, Lindenblütenhonig, Rapshonig, Tannen- und Waldhonig oder Wildblütenhonig.

Honigtau

Honigtau ist ein Ausscheidungsprodukt. Blattläuse, Schildläuse und Zikaden sondern ihn ab. Für andere Insekten wiederum ist er wichtige Nahrung, so für Ameisen und Bienen. Der Honigtau ist sehr reich an Zucker. Er enthält unterschiedliche Monosaccharide, Oligosaccharide und die Dreifachzucker Melezitose, Erlose und Fructomaltose. Sie allein sind bereits für die Hälfte des Zuckergehalts im Honigtau verantwortlich.

Honigtauhonig

Den Laien verwirrt oft, dass manche Honige fest und zäh sind, andere hingegen klar und flüssig. Ein Grund dafür ist ihr unterschiedlicher Zuckergehalt. Ist dieser besonders hoch, kristallisiert der Honig aus. Dieser Vorgang ist jedoch abhängig von der Temperatur. Honigtauhonig enthält ebenso wie Waldhonig besonders viel Fruktose. Er ist daher fast immer klar und flüssig. Honigtauhonig besteht vorwiegend aus den zuckerhaltigen Ausscheidungen von saugenden Insekten. Er ist dunkler in der Farbe und von kräftigem Aroma.

Honigverordnung

Die Honigverordnung stammt aus dem Jahr 2004. Sie regelt die Qualitätsanforderungen an Bienenhonig. So besagt sie unter anderem, dass dem Honig weder Stoffe zugesetzt noch entzogen werden dürfen. Lediglich eine Entnahme von Pollen ist erlaubt. Dann jedoch muss der Honig als „Gefilterter Honig“ gekennzeichnet werden.

Honigwabe

Honig Wabe
Bei der Entnahme der Honigwaben muss der Imker sicherstellen, dass sich auf ihnen keine Brut befindet. Ansonsten würde der Honig verunreinigt. Die modernen Magazinwaben erleichtern die Trennung von Brutwaben und Honigwaben. Sie sind durch ein Absperrgitter getrennt. Lediglich in der oberen Zarge befindet sich der Honig. Die Maschen des Absperrgitters sind sehr eng gesetzt. Die Königin kann nicht hindurch. Deshalb befindet sich auf den Honigwaben auch keine Brut. Während der Entnahme der Honigwaben sollte der Imker übrigens keine Pfeife benutzen – der Rauch würde den Honig ansonsten geschmacklich verändern.

Hyaluronidase

Hyaluronidase ist ein Bestandteil des Bienengifts (siehe auch „Histamin“). Es ist ein allergen wirksames Enzym, das heißt, es kann eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen. Darüber hinaus verringert Hyaluronidase auch die Kittsubstanz des Bindegewebes. Ähnlich wie bei einem Verdauungsvorgang löst das Enzym dabei das Bindegewebe auf.

Hydroxymethylfurfural

Hydroxymethylfurfural oder HMF ist ein Zucker Abbauprodukt. In Honig ist es nur in kleinen Mengen enthalten. Wurde der Honig jedoch falsch oder zu lange gelagert und hohen Temperaturen ausgesetzt, so steigt der Anteil an Hydroxymethylfurfural an. Erlaubt ist lediglich ein maximaler Anteil von 15 mg HMF in einem Kilogramm Honig.

Hymenoptere

Der wissenschaftliche Begriff für Hautflügler ist Hymenoptere. Die Bienen zählen wie die Hummeln zu den Hymenopteren, zu den Insekten mit transparenten Flügelpaaren.

Hypopharynxdrüse

Die Arbeiterinnen verfügen über spezielle Futtersaftdrüsen, die Hypopharynxdrüsen. Besonders stark ausgebildet sind sie bei den jungen Arbeitsbienen. Die Drüsen sind im Kopf der Biene angesiedelt. Sie bilden ein nahrhaftes Sekret, das direkt in den Mund der Biene fließt. Dieses Sekret aus Eiweißen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen wird dann an die Königin und an die Brut verfüttert. Die Zusammensetzung unterscheidet sich dabei je nach Entwicklungsstadium der Larve. Für die Königin wird eine ganz besondere Mischung produziert, die über Hormone gesteuert wird.